In gut 6 Wochen, vom 22.-25. November 2012 findet wieder die Modellbahn Köln statt. Die Messe gehört zu den bedeutensten Veranstaltungen des Jahres zum Thema Modelleisenbahn, insbesondere die internationale Modellbahnausstellung zieht immer wieder Besuchermassena an.
Ich werde selber vor Ort und interessante Anlagen ablichten und hier veröffentlichen.
Der Veranstalter verlost übrigens Eintrittskarten (für Erwachsene 14,- Euro). Zur Teilnahme geht es hier: http://www.faszination-modellbau.de/modellbahn-koeln/modellbau-interaktiv/ticketverlosung/
Unter dem Titel „Die Welt der DB“ sammelt der Deutsche Bahn Konzern zur Zeit Ideen für eine Miniaturwelt im H0 Maßstab 1:87, die die verschiedenen Facetten der Deutschen Bahn aufzeigen soll. Bis zum 14. September könnt ihr noch Eure Ideen einsenden. Die besten Ideen und Einsendungen werden von professionellen Modellbauern als öffentliches Ausstellungsstück realisiert und in Berlin in der LOXX Miniatur Welt zu ausgestellt. Weitere Infos hier: https://www.facebook.com/deutschebahn/app_273511669422110
Ende des 19. Jahrhunderts begann die Blütezeit der Blechspielzeughersteller. Durch die Industrialisierung wurde mit Maschineneinsatz und vereinfachten Fertigungsmethoden Blechspielzeug massenhaft und billig produziert. Die Geburtsstunde und der Durchbruch der heutigen Modelleisenbahn schlug auf der Leipziger Messe 1891, als die Firma Märklin ein Schienensystem vorstellte. Die System-Eisenbahn war geboren. Ein Jahr später gab sie die Grundlage für die bis heute gültige Normierung der Spurweiten, der sich die anderen Hersteller anschlossen. Durch verschiedene Gleisstücke, Weichen und Kreuzungen konnte eine Anlage nach Belieben aufgebaut werden. Das Know-how erlangte Märklin übrigens durch die Übernahme der Entwicklungen der Firma Lutz.
Die Göppinger Firma führte wohl auch 1897 als erste elektrischen Strom zum Antrieb der Modelle ein. Dies ist jedoch umstritten, gab es doch 1882 die ?Illustrierte Zeitung für Blechwarenindustrie?, die berichtete, dass die Firma Ernst Planck ?wieder verschiedene, sehr hübsche Neuheiten herausgebracht hat, von denen wir nur die elektrische Eisenbahn erwähnen?. Neben Märklin beherrschten vor allem Nürnberger Hersteller den deutschen Markt. 1895 waren über 50 Firmen registriert, darunter Carette, Doll, Hess, Bub, Tipp & Co., Arnold, Distler, Issmayer, Kraus-Fandor, Planck, Schoenner und Bing. Die gleichzeitige Einführung der Chromolithographie zur Farbgebung der Modelle mit größter Feinheit, begründete den großen Erfolg der deutschen Modellbahn-Hersteller. Schon damals reagierte man schnell auf technische Neuerungen und Erfindungen. Kurz nach der Einführung neuer Modelle gab es sie schon als Blechspielzeug Miniatur. Das Spielzeug war Abbild der technischen und geschichtlichen Entwicklung. Durch das Schienensystem wurden die Bodenläufer schnell von Schienenzügen verdrängt und die Anlagengestaltung mit Waggons, Bahnhöfen, Signalen, etc. gewann immer mehr an Bedeutung. Seit den 1920er Jahren war die elektrische Modellbahn Jahrzehnte lang der Wunschtraum vieler Jungen. Der entgültige Durchbruch gelang ihr im Jahre 1927, als die hohe Fahrspannung durch Niederspannungsbetrieb ersetzt wurde und die bis dahin vorherrschenden Antriebsarten ersetzte. Heute gibt es eine vielfältige Sammlerszene, die den größten Reiz in historischen Stücken sieht.
Die ersten Pläne für ein Eisenbahnsystem basierten auf rein privat-ökonomischen Überlegungen. Die Eisenbahnstrecken wurden deshalb von privaten Interessenten nach behördlich erteilten Konzessionen gebaut. Bereits ab 1840 wurde der Eisenbahnbau als Infrastrukturmaßnahme sowohl aus staatlicher als auch aus militärischer Sicht interessant. Die politischen Entscheider standen dabei in dem Konflikt, dass die Eisenbahn einerseits die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes förderte, aber gleichzeitig durch niedrige Preise (in der III. und IV. Klasse) breiten Bevölkerungsschichten das bisher unmögliche Reisen ermöglichte. Die Investoren argumentierten gegen die deshalb zögerliche Konzessionsvergabe durch die Behörden mit dem strategischen Vorteilen der militärischen Nutzung der Eisenbahn. Bereits ab Mitte der 40er Jahre wurden erste überregionale Eisenbahnverbindungen aus militärisch-politischen Überlegungen gebaut. Der Ausbau der Eisenbahnstrecken erfolgte seitdem verstärkt unter der Berücksichtigung militärischer Zwecke. Bis 1855 betrug das Streckennetz 7.500 km. 1865 bereits 14.000 km und 1875 standen fast 30.000 km Eisenbahnstrecke zur Verfügung. Im Jahre 1880 wurden die Strecken verstaatlicht. Die militärische Führung sah die Vorteile der Eisenbahnnutzung in dem Überraschungseffekt durch die schnelle Konzentration erster Einheiten, durch ein plötzliches Auftauche und einen variablen Einsatz von Reserven. Ein weiterer Vorteil war, dass die Truppen ausgeruht an die Front kamen. Die Eisenbahn wurde spätestens im 1. Weltkrieg ein wichtiges Element bei der ?Industrialisierung? des Krieges. Erst der massenweise Transport von Waffen, Munition und Soldaten ermöglichte die verheerenden Materialschlachten und verlängerte die Kriegsdauer. Im 2. Weltkrieg war die Eisenbahn nicht nur wichtigstes Transportmittel für die militärische Logistik. Unzählige Deportationszüge brachten Millionen vom Nazi-Regime Menschen in die Vernichtungslager.
Die Spielzeugindustrie, die ihre Modelle stets dem Zeitgeist anpasste, hatte sowohl im Kaiserreich als auch in der Nazizeit mit Kriegsspielzeug große Erfolge und stimmte die Jugend ?spielend? auf das Kriegshandwerk ein. Vor und im 1. Weltkrieg waren, weil ?Deutschlands Zukunft auf dem Wasser lag?, besonders Torpedo- und Kanonenboote beliebt. Die Kriegsschiffe konnten sogar bis zu 15 Kanonen abfeuern. Die Kanonen auf den Eisenbahnwagen, die in Deutschland und auch im Märklin-Katalog von 1937/1938 in Frankreich angeboten wurden, waren vergleichsweise harmlos, aber auch mit ihnen wurde das Spiel Krieg auf dem Gabentisch oder unter dem Weihnachtsbaum gelegt.
ls die erste deutsche Eisenbahn im Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr, entstanden kurz danach die ersten Spielzeugeisenbahnen. Die erste Spielzeugvariante war dann auch dem ?Adler? nachempfunden. Im März 1836 erschien dieses Inserat in der Nürnberger ?Allgemeinen Polytechnischen Zeitung?: ?Dampfwagen der Nürnberg-Fürther Eisenbahn, mit Kohlenwagen und Personenwagen, durch Uhrwerk bewegbar, von lackiertem Blech 9 fl.; desgleichen, größer 12 fl.; desgleichen noch größer, von Holz und Pappe, ohne Personenwagen 13 fl.?. Diese Annonce gilt als das erste bekannte Zeugnis einer Spielzeugeisenbahn.
Diese exakt funktionsgerechten Nachbildungen zur Demonstration in Lehranstalten und für technisch interessierte, reiche Bürgerfamilien waren alles andere als Spielzeug, sondern handgearbeitete, komplizierte technische Wunderwerke. Sie zeigten in erster Linie Aufbau und Funktionsweise von Dampfmaschinen, mit der der uralte Menschheitstraum von Kraft und Bewegung realisiert war. In Kinderhände gelangten meist einfache, flache Standmodelle aus Zinn und Blei. Sie waren im Gegensatz zu den Dampfmodellen reine Spielzeugzüge mit phantasievollen Ausführungen, die bei weitem nicht der Realität entsprachen. Anfangs wurden ähnlich den damals beliebten Zinnsoldaten zweidimensionale Lokomotiven und Waggons angeboten. Aufwändiger waren dreidimensionale ?Tisch- und Bodenläufer?, die, noch ohne Schienen, an einer Schnur gezogen werden mussten. Daneben gab es Modelle, die entweder durch Federwerk, ein Schwungradantrieb, ein Uhrwerk angetrieben wurden oder wie ihre großen Vorbilder mit Dampf. Diese wurden liebevoll Tröpfler genannt, weil sie eine Tropfenspur hinter sich her zogen und boten durch ihre eigenständige Bewegung natürlich ungleich mehr Spielspaß. Schienensystem mit Weichen, Kreuzungen und Bogenstücken war damals noch unbekannt.
„Trains Galore“ ist die traditionelle Weihnachtsauktion vom berühmten Auktionshaus Chritie’s, die jedes Jahr im Dezember in der Sammlerfiliale im South Kensington, einem Stadtteil von London, stattfindet. Auch 2006 kamen wieder mehr als 400 Lok- und Waggon-Modelle unter den Hammer, die meisten (280 Stück) von dem englischen Modelleisenbahn Hersteller Hornby. Die Mehrzahl der Modelle wurde zwischen 200 und 500 Pfund geschätzt, nur wenige Zugverpackungen, Uhrwerk- und Elektrolokomotiven aus der Vorkriegszeit wurden zwischen 500 und 1500 Pfund taxiert.
Die vornehme Minderheit im Trains-Galore-Katalog, vor allem durch Eisenbahnmodelle der Firmen Märklin, Bassett-Lowke, Bing, Carette und Lemaco vertreten, erreicht schonmal das 10-fache des Schätzpreises. So brachte eine 1937 von Märklin produzierte Spur-00-Zugpackung über 15.000 britische Pfund. Bei einer genaueren Betrachtung zeigt dieser Schnellzug deutlich die Entwicklung der Kundenansprüche und der Produktionstechnik. Die vier Waggons sind in ihrer Länge um fast die Hälfte verkürzt, ihre und die Detallierung der Lokomotive sind aber im Vergleich zu heutigen Modellen sehr bescheiden. Um ein Exportmodell für den englischen Markt zu schaffen, nahmen die Gebrüder Märklin nicht etwa eine englische Lok als Vorbild, sondern modifizierten die berühmte deutsche Schnellzuglok 2-C-1 und lackierten sie und die Waggons im Weinrot und mit den Logos der britischen Eisenbahngesellschaft LMS. Ein unverkennbar britisches Modell stellt z.B. die Stromliniendampflok „Coronation“ der LMS von Baskett-Lowe aus dem Jahre 1939 dar, die auf der letzten Auktion mit 6000-8000 Pfund taxiert wurde.
Zwei Tage nach der Londoner Auktion findet in New York eine wahrlich riesige Spur 1 und Spur G Auktion statt. Zu den Spitzenmodellen gehörte 2006 eine erst 1996 von Fine Art Models hergestellte Mallet-Lokomotive der Chesapeake & Ohio Railroad, Achsfolge 2-6-6-6 mit siebenachsigen Tender, für geschätzte 7000 – 10.000 US-Dollar. Das Vorbild dieser Spur-1 Giganten bauten die Lima Locomotive Works als Typ H8-Allegheny für die Chesapeake & Ohio Railroad, dievon 1941 bis 1948 nach und nach sechzig dieser Lokomotiven kauften. Die Alleghenies gelten als die leistungstärksten aller jemals gebauten Dampfloks. Sie zogen Kohlezüge mit bis zu 160 Waggons und bis zu einem Gewicht von 14.000 Tonnen.
Ebenfalls bis zu 10.000 US-Dollar muß bezahlen, wer das Spur 1 Modell einer T1 4-4-4-4-Mallet der Pennsylvnia Railraod besitzen will. Dieses Modell wurde im Jahre 1993 ebenfalls von der kalifornischen Firma Fine Art Models in einer Auflage von 50 Stück hergetellt. Das Original, dessen äußere Form der berühmte Industriedesigner Raymond Loewy gestaltet hat, leistete 6.552 PS und zog einen Tausend-Tonnen-Zug mit 160 km/h – „so schnell jedenfalls, wie es die Lokführer nervlich aushielten“, heißt es. Die mehr als fünfzig von Pennsy bestellten Exemplare waren bis zu ihrer Ausmusterung im Jahre 1949 meistens auf der 1.200 km lange Strecke zwischen Harrisburg und Chicago unterwegs.
Wir leben ja in einer Zeit, in der der Zweite kaum noch wahrgenommen wird. Das sind man ja auch an den Werbeaussagen der Schauanlagenbetreiber. Jeder hat irgendwo das größte oder aussergewöhnlichste der Welt, Europas oder immerhin eines Bundeslandes.
Mit ein bisschen Augenzwinkern haben wir hier ein paar Infos zusammengestellt, wo wir glauben das Sie auch für das Guiness-Buch der Rekorde herhalten können (bzw. sogar wirklich drin stehen).
Das wahrscheinlich höchste Modellgebäude in H0 gibt es gleich zweimal. Das Modell des Berliner Fernsehturms „Alex“ im Maßstab 1:100 bringt es immer noch auf staatliche 365 cm Höhe. Zu sehen auf der Vereinsanlage des VBBS Weinsberg e.V. und im LOXX Berlin.
Auf 130 cm bringt es das Modell des SearsTowers (Original in Chicago), das der MEC Kiel auf seiner N-Anlage verbaut hat und dürfe damit zu den höchsten Modellhäuser in 1:160 zählen.
Das teuerste Gebäudemodell, daß man auf einer Anlage finden kann, dürfte das Modell der AOL-Arena im Miniatur-Wunderland in Hamburg sein. Der Bau hat ca. 40.000 EUR verschlungen und kostet damit mehr, als die meisten Modellbahner in Ihrem Leben in ihr Hobby investieren.
Die H0-Modulanlage „Das Hüttenwerk“ der Eisenbahnfreunde aus Dillingen im Saarland ist das derzeit größe H0-Modell eines Hüttenwerks auf der Welt. Allerdings wackelt dieser Rekord, soll doch im Saarland eine große Schauanlage mit dem gleichen Thema entstehen.
Diesen Titel darf sich wohl der MEC Pirna auf die Fahne schreiben. Die Anlage bringt es auf eine Länge von 26 Meter und 1,30 Meter Tiefe.
Mit 270 qm Fläche, davon 170qm bebaut, dürfte die größte transportable H0-Segmentanlage Deutschlands die BLS Nord- und Südrampe des Modellbau Teams Köln sein.
Noch einen weiteren Rekord dürften die Kölner halten. Die 1:87 Gebirgsmassive erreichen eine Höhe von 325 cm über Grund.
Im Oktober 2004 fuhr ein 103,59 Meter langer Güterzug im Maßstab HO auf der Miwula-Anlage in der Speicherstadt exakt 231 Meter weit, ehe ein Waggon entgleiste. Eingesetzt wurden vier Lokomotiven an der Spitze von über 500 Güterwaggons. Der bisherige Weltrekord lag laut Guinness bei 192 Metern Fahrstrecke für einen 71 Meter langen Miniaturzug.